Geldpolitische Wende eingeläutet?

Geldpolitische Wende eingeläutet?

Mit Spannung wurde die gestrige Zinsentscheidung der US-Notenbank FED erwartet. Schon im Vorfeld gab es Spekulationen, ob die Federal Reserve tatsächlich die Anleihekäufe herunterfahren wird.

Nachdem ein kleiner Startschuss zur geldpolitischen Wende dann tatsächlich erfolgte, reagierten die Märkte mit großer Erleichterung. Nun fasst auch die Bank von England eine Zinswende konkreter ins Auge und signalisierte, dass eine Erhöhung des Leitzinses in den nächsten Monaten durchaus erfolgen könnte.

Ob nun auch in absehbarer Zeit die EZB den Beispielen folgen wird, bleibt nach wie vor abzuwarten.

Tapering bestätigt

Der geldpolitische Wechsel wird nun schon seit geraumer Zeit mit großer Spannung erwartet. Am 3.11.2021 verkündete nun die US-Notenbank FED den Ausstieg aus ihrer lockeren Geldpolitik und will noch im Laufe dieses Monats mit dem Tapering beginnen.

So sollen die Wertpapierverkäufe von derzeit 120 Milliarden US-Dollar ab Ende des Monats November monatlich um 15 Milliarden US-Dollar zurückfahren. Unklar bei der Entscheidung blieb jedoch, wie in Zukunft mit dem Leitzins verfahren werden soll.

FED-Chef Powell bekräftigte in seiner Pressekonferenz zwar, dass ein geldpolitischer Strategiewechsel nun dringend notwendig sei, unterstrich dabei jedoch erneut, dass die US-Notenbank das aktuelle Inflationsgeschehen nach wie vor als vorübergehende Erscheinung einstuft.

Dennoch wird der aktuelle Entscheid der FED von Experten als Anzeichen gewertet, dass in absehbarer Zukunft auch in den USA die Zinsen steigen könnten. Die Finanzmärkte rechnen mit einer Zinserhöhung in den USA jedoch erst Mitte des nächsten Jahres.

Im Gegensatz dazu hatte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank EZB Christine Lagarde unlängst eine Erhöhung der Zinsen in der Eurozone als eher unwahrscheinlich bezeichnet, sodass viele Ökonomen von einer Zinserhöhung seitens der EZB erst zu Beginn 2023 ausgehen.

Bank von England hält ebenfalls eine Wende für möglich

Nachdem die US-Notenbank am Abend des 3.11. den Startschuss zu einer leichten geldpolitischen Wende gegeben hatte, äußerte sich nun auch die Bank von England dahingehend, der Entscheidung der FED in den kommenden Monaten folgen zu wollen.

Notenbankchef Andrew Bailey gab bekannt, dass der Leitzins zwar weiterhin bei 0,1 Prozent belassen wird, räumte aber ein, dass in den kommenden Monaten eine Zinserhöhung durchaus denkbar und nötig werden könnte.

Eigentlich hatten viele Investoren bereits jetzt mit einer Zinsanhebung gerechnet. Am 30. September war die Corona-bedingte Kurzarbeiter-Regelung in Großbritannien ausgelaufen. Nun will die Notenbank offenbar erst noch die Lage am Arbeitsmarkt abwarten, bevor sie ihre Geldpolitik straffen möchte.

Es könnte also sehr gut sein, dass die Bank von England noch vor der US-Notenbank und der EZB den ersten wirklichen Schritt zur Straffung der laschen Geldpolitik machen wird.



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